Dienstag, 17.05.2022

Am 08.05. stand das Auswärtsspiel gegen die Reserve der SG Canitz auf dem Programm. Weil aus diversen Gründen (Krankheit, Urlaub, persönliche Termine) mal wieder einige potentielle Stammspieler fehlten, wurde die Mannschaft erneut neu auf- und eingestellt und trat das Auswärtsspiel im 60km entfernten Riesa zum wiederholten Male mit einer veränderten Formation und nur zwei Wechslern an.

Aber die Stimmung war an dem sonnigen Sonntag sehr gut und das spiegelte sich im Endeffekt auch auf dem Rasen in der Leistung des WSV-Teams wider.

Pünktlich um 13 Uhr wurde das Spiel vom gut und konsequent leitendem Schiri Ronny Engel bei sommerlichen Temperaturen angestoßen. Eine gewisse Grundnervosität war anfangs schon beim WSV zu spüren. Die Gastgeber aus Canitz standen von Beginn an sehr hoch und bauten auch sofort Druck auf die Defensive des WSV auf. Ein Stockfehler hier, ein Unterlaufen des Balles da und viele kleine Zweikämpfe machten den Spielfluss beider Teams in den ersten 10 bis 15 Minuten etwas kaputt. So kam es auch zu keinerlei nennenswerter Chancen. Canitz hatte in der Anfangsviertelstunde mehr Ballbesitz ohne allerdings zwingenden Torchancen zu erspielen. So war die nennenswerteste Szene schon ein Schuss der Gastgeber aus der 15. Minute ca. 3 Meter über den Querbalken in den Baumwipfel, wo unser Torhüter Kuschminder beim Ballholen fast noch einen fallenden Ast abgekommen hätte. Aber sein Ausweichmanöver war zu dem Zeitpunkt auch schon die spannendste Aktion des Spiels.

Am Tempo beider Mannschaften lag es nicht. Beide Teams ackerten und liefen viel, aber es sprang nicht viel dabei raus. Nach der Anfangsviertelstunde wurde es dann beidseitig auch körperlich robuster. Immer wieder gab es kleine Rempler und Fouls, welche vom Canitzer Trainer (so wie alle anderen Situationen) ununterbrochen kommentiert wurden.

In der 23. Minute kam es so auch wieder zu einem klassischen Kurt „Kurtikopter“ Woiterski. Canitz gewann den Ball und konterte schnell über rechts. Woiterski holte seinen Gegenspieler problemlos im Sprintduell ein, grätschte diesem dann aber an der Seite in die Beine, statt Ihn einfach nur abzulaufen und den Ball ins Aus zu klären. Das war mal wieder eine Situation aus seinem Repertoire „Ungestüm“, aber auch daraus wird der junge Kerl für die Zukunft noch lernen. Der fällige Freistoß brachte den Canitzern nichts ein. Dieser ging weit übers Tor, wie schon alle anderen Freistoßversuche vorher.

Ab der 25. Minute wurde dann auch das Spiel der Weistropper offensiver und man verlagerte das Spielgeschehen nun häufiger in die Hälfte der SG Canitz. Die drei Stürmer um Mayer, Hiersemann und Müller liefen die Verteidiger immer wieder mit Tempo an und zwangen diese so zu Fehlern. So eroberte sich in der 26. Minute Kapitän Mayer auf der linken Seite den Ball und war anschließend kurz außerhalb des Strafraumecks nur mit einem Foul zu stoppen. Der darauffolgende Freistoß hätte zum Zunge schnalzen werden können, bekam aber nur Kopfschütteln. Trainer Mark hatte noch vor dem Spiel deutlich gemacht, dass doch bitte alle Freistöße hoch und mit Tempo auf den zweiten Pfosten zu de Schultz oder Woiterski gebracht werden sollen. Als man Woiterski dann aber bei der Ausführung des Freistoßes vorfand, wusste man schon hier läuft gleich etwas nicht wie geplant. So kam der Ball nicht auf den zweiten Pfosten sondern wurde flach an der Mauer vorbei auf den startenden Woiterski gespielt und endete ohne dessen Kontakt im Toraus. Nun gut, dass wird uns in den nächsten Trainingseinheiten zumindest noch ein paar Schmunzler bereiten.

In der 29. Minute dann die erste dicke Chance für den WSV. Nach einer Ecke von Kroschwald kam Hengst 6 Meter vor dem Tor frei zum Kopfball, doch der landete genau in den Armen des Hüters. Aber man hielt das Tempo im Anschluss hoch und versuchte durch schnelles Umschalten nach Ballgewinnen immer wieder Konter zu setzen.

So fiel letztendlich auch das verdiente 0:1 für den WSV. In der 38. Minute spielte Kroschwald einen Ball in die Tiefe, welcher von der Canitzer Abwehr leichtfertig vertändelt wurde. Mayer war zur Stelle, sagte schnell Danke und nahm sich die Kugel mit. Er blieb im 1 zu 1 gegen den Hüter cool und verwandelte flach ins linke Eck zur Führung.

In der 44. Minute dann der nächste schöne Angriff vom WSV. De Schultz verlagerte das Spiel schnell von links nach rechts auf Beyer. Der schickte Müller auf die Reise und dessen Flanke segelte in den Sechzehner. Hiersemann verpasste aufgrund fehlenden Gardemaßes den Kopfball knapp, doch Mayer stand hinter ihm und schweißte den Ball aus kurzer Distanz humorlos in den rechten Winkel zum 0:2.

In der zweiten Minute der Nachspielzeit folgte dann der endgültige Nackenschlag für die Gastgeber. Kroschwald steckte links wieder auf den startenden Mayer durch. Der drang links in den Strafraum ein und spitzelte den Ball mit der Pieke am verdutzen Hüter zum 0:3 ins lange Eck vorbei. Ob das ein Pass auf den gestarteten de Schultz werden sollte oder ein gewollter Torschuss, wurde bis heute nicht endgültig aufgelöst, aber natürlich freuen wir uns mit unserem Kapitän über seinen Hattrick, besonders weil dieser eine Kiste Bier für das Team nach sich zieht. So ging es mit 0:3 in die Halbzeitpause.


In der Halbzeit stimmte man sich noch einmal auf eine druckvolle Anfangsphase der Gastgeber ein. Torhüter Kuschminder redete dem Team trotzdem ins Gewissen, mal wieder ein Spiel konzentriert und ohne Gegentor zu Ende zu spielen.

Canitz kam anders als erwartet ohne Druck aus der Pause. Die Gastgeber hatten zwar wieder mehr Ballbesitz, aber spätestens 20 bis 25 Meter vorm Weistropper Tor war bei einer sehr starken und konzentrierten Viererkette um Fleischer und Kunas Endstation. Der WSV stand gut und kompakt und machte nun aktiv weniger für das Spiel. Man wollte lieber wieder über schnelle Konter Nadelstiche setzen.

Einen dieser Nadelstiche hätte der endlich mal wieder anwesende Vize-Kapitän de Schultz nach kompletten Fehlen im April (aufgrund von privaten Terminen und eigener Hochzeit) zum 0:4 in der 70. Minute nutzen können, aber scheiterte. Mayer schickte Ihn mit einem Pass durch die Schnittstelle auf die Reise. De Schultz ging auch hinterher, aber man sah Ihm schon an, dass er gefühlt seit der 25. Minute gepumpt hat wie ein Maikäfer. Im 1 vs. 1 gegen den Torhüter fehlten Ihm dann einfach Kraft und Präzision und so schoss er den bereits in die rechte Ecke fallenden Hüter an, statt sich für die andere Ecke zu entscheiden. Die anschließende Ecke brachte dann auch nichts ein.

Anschließend plätscherte das Spiel weiter vor sich hin. Der WSV musste nicht mehr und Canitz 2. konnte nicht mehr wirklich. In der 80. Minute wollte sich Hiersemann noch für seine laufstarke Performance belohnen. Nachdem er bereits das ganze Spiel seinen Gegner mit kurzen Antritten nervte, klaute er Ihm am eigenen Sechzehner den Ball und lief von links Richtung Tor, hämmerte Ihn dann aber leider über den Querbalken.

In der 90. Minute belohnte er sich dann aber trotzdem noch. Kroschwald eroberte auf der rechten Seite weit in der gegnerischen Hälfte die Murmel, zog noch einmal an Richtung Sechzehner und legte den Ball vor dem Tor quer auf den mitgelaufenen Hiersemann, der den Ball nun trocken unter die Latte zum verdienten 0:4-Endstand für den WSV hämmerte.

Am Ende stand ein total verdienter und souveräner Auswärtserfolg des WSV zu Buche. Die Abwehr zeigte eine super geschlossene Leistung und auch die Vorderleute wirbelten ordentlich und kreierten gute Chancen. Nun heißt es erst einmal ein spielfreies Wochenende genießen, bevor es am 21.05. wieder auswärts zur Sache geht. Der anstehende Gegner ist dann die Reserve aus Gröditz. Auch das wird wieder ein schweres Unterfangen, weil man dort urlaubsbedingt wieder auf einige Spieler verzichten und die Formation abermals verändert werden muss.

Wir bedanken uns beim Edelfan und Liveticker Alex Bursian für die Mitreise zum Spiel nach Canitz und freuen uns auf mehr Unterstützung in Gröditz zum nächsten Punktspiel.

 

Aufstellung:

Tor: Kuschminder

Abwehr: Beyer, Kunas, Fleischer, Woiterski

Mittelfeld: Kroschwald, Hengst, de Schultz

Sturm: Müller (55. Borchert), Hiersemann, Mayer (76. Dummer)

 

   
   
Malermeister Lucius
   
   
© Weistropper SV