Mo., 27.05.2019

Zum ersten von drei aufeinanderfolgenden Auswärtsspielen reisten die Weistropper am frühen Sonntagmorgen zum SV Baßlitz. Mit einem gut besetzten Kader und der klaren Zielstellung, den 7. Sieg in Serie einzufahren, ging man hochmotiviert in die Partie.

Pünktlich um 10:30 Uhr pfiff Schiri Niemzik die Partie im „Ackerlandstadion“ an – dass der Name des Stadions wörtlich genommen werden kann, wurde bereits während der Aufwärmphase deutlich. Man könnte den Platz eher als bessere Wiese mit ein paar weißen Strichen darauf werten. Die Weistropper versuchten trotz der ungewohnten Platzverhältnisse, das Spiel konzentriert von hinten aufzubauen und ihr Kurzpassspiel zu etablieren, was nicht immer einfach war.

Dennoch konnte man sich nicht nur optisch ein Übergewicht erspielen. Die erste Chance hatte dabei Mayer, als er nach einem Eckball den zweiten Ball vom 16-er knapp am rechten Dreiangel vorbeischoss. Weitere Fernschüsse durch Büttner und Müller landeten, auch aufgrund des ein oder anderen Platzfehlers, im Fangzaun.

Nach 20 Minuten gab es dann Elfmeter für Weistropp. Mayer setzte sich gut durch und konnte nur noch regelwidrig von den Beinen geholt werden. Büttner nahm sich der Verantwortung an und schritt zum Elfmeterpunkt. Den gut geschossenen Elfmeter konnte der Torwart aber noch sensationeller an die Latte lenken, so dass es vorerst beim 0:0 blieb.

Die Gastgeber spielten in dieser Phase oft nach dem Motto „Hoch und weit bringt Sicherheit“ – einer dieser langen Bälle sorgte dann auch für die einzige Möglichkeit. Kuschminder im Tor des WSV aber konnte den Schuss von Eckhardt sehenswert entschärfen. Generell stand die Abwehrreihe der Weistropper um Lentes und Hiller wieder bombensicher und hatte alles im Griff.

Nach einer knappen halben Stunde muss der WSV aber dann das Führungstor erzielen – Mayer störte die Baßlitzer im Spielaufbau, konnte den Ball stark erobern und lief alleine aufs Tor des SV zu. Doch anstatt alleine abzuschließen, spielt er vorm Tor quer auf den mitgelaufenen Hiersemann, der den Ball auf den pomadigen Verhältnissen im 16-er nicht richtig kontrollieren kann. Beim Rückspiel auf Mayer steht dieser dann im Abseits.

In der 40. Min macht es der WSV dann besser – Hiersemann kann sich über rechts stark durchsetzen und spielt danach den Ball auf de Schultz, der sich die Chance nicht entgehen lässt und überlegt ins lange Eck zur verdienten Führung einnetzen kann.

In der Nachspielzeit der ersten Hälfte dann die beruhigende 2:0-Pausenführung durch Schmieder. Eine versuchte Flanke wird immer länger und länger und segelt hinter dem verdutzt dreinschauenden Baßlitzer Torwart ins Netz.


Das Trainerteam zeigte sich in der Halbzeit mit der Leistung der Mannschaft sehr zufrieden. In der zweiten Hälfte wollte man das Spiel kontrollieren und nichts mehr anbrennen lassen. Doch diese zweiten 45 Minuten waren wohl mit das kurioseste, was man in dieser Saison gesehen hat.

Bereits mit der ersten Aktion im Spiel verletzte sich der Torwart des SV Baßlitz wohl schwerer am Rücken. Beim Ball holen aus dem benachbarten Erntefeld trat er wohl in ein Loch und konnte sich danach kaum mehr bewegen – am Ende musste sogar ein Rettungswagen zur ärztlichen Versorgung gerufen werden. Wir senden an dieser Stelle die besten Genesungswünsche und hoffen, dass nichts schlimmeres passiert ist und du bald wieder auf dem Rasen stehen kannst. 

In der 58. Minute dezimierte sich dann der WSV selbst. Kuschminder verschätzt sich beim rauslaufen und kann den Ball außerhalb des 16-ers nur noch mit der Hand klären – Schiri Niemzik blieb da nichts anderes übrig, als den roten Karton zu zücken. Coach Klemm musste nun umstellen und beorderte Hiller in den Kasten. Der anschließende Freistoß blieb ohne Erfolg.

Die Baßlitzer hatten jetzt aber wieder Morgenluft geschnuppert und hofften auf die Sensation. Der Druck wurde höher und so kamen auch sie zu Chancen. Die Chance zum Anschlusstreffer bot sich dann in der 67. Minute. Ein Eckball konnte von Lentes geklärt werden, der nach vorn startende Mayer bekommt den Ball aber im eigenen Strafraum unglücklich an die Hand – keinesfalls Absicht, einfach eine ganz natürliche Bewegung beim laufen. Dennoch kam der Pfiff sofort. Den fälligen Strafstoß verwandelte der Schütze sicher.

Baßlitz hatte nun mehr vom Spiel und mit einem Freistoß sogar die Chance auf das 2:2 – der Ball knallte aber an die Latte. Hier hatten die Weistropper Glück. Doch gleichzeitig besonn man sich wieder auf seine Stärken und spielte munter nach vorn. 

Die 70. Spielminute brachte dann die vermutliche Entscheidung. Ein gut getretener Eckball von Mayer fand den Kopf von Kapitän Müller, von wo aus der Ball mit etwas Glück im Tor landete – 3:1.

Den Baßlitzern merkte man nun auch an, dass die Kräfte schwanden und der WSV trotz Unterzahl einfach mehr Körner in der Tasche hat. Die 76. Spielminute brachte dann wieder einen Schreckmoment mit sich, als sich der eben eingewechselte Rentzsch bei einem Zweikampf an der Schulter verletzte und wieder vom Feld musste. Nach dem Besuch im Krankenhaus konnte unsere Nr. 13 aber schon leichte Entwarnung geben. Auch dir gute Besserung und auf ein baldiges Wiedersehen auf dem Grün.

Die Weistropper spielten dann das Spiel locker runter, von beiden Seiten ging keine wirkliche Gefahr mehr aus. Am Ende stand ein hart erkämpfter, aber dennoch verdienter 3:1 Auswärtserfolg und somit der 7. Sieg in Serie. Durch die Niederlage des MSV II in Berbisdorf steht der WSV nun auf Platz drei der Tabelle und hat alles selbst in der Hand.

Coach Klemm äußerte sich nach dem Spiel wie folgt: „Unter wirklich schwierigen Bedingungen haben wir uns heute durchgesetzt... vor allem haben wir es uns hinten raus selbst noch schwerer gemacht! Der Platz war sehr schwierig zu bespielen, unser eingespieltes Kurzpassspiel kam dadurch heute fast gar nicht zum tragen...
Da unsere Abwehrreihe hervorragend stand konnten wir damit leben, dass wir heute mehr Versuche gebraucht haben als sonst um vorn Gefahr zu entwickeln... das wir kurz vor dem Halbzeitpfiff zweimal treffen hat uns natürlich unheimlich in die Karten gespielt! Das wir in der zweiten Hälfte trotz der ganzen verrückten Geschichten um die beiden Torhüter, Handelfmeter & unseren verletzten 13er alle ruhig geblieben sind und in Unterzahl sogar noch das entscheidende 3:1 gemacht haben, war heute klasse! Gute Besserung an der Stelle an alle verletzten...“

Ein besonderes Lob noch an den sehr stark leitenden Schiri Niemzik – sehr kommunikativ, immer auf Höhe des Geschehens und auf dem Platz auch mal für einen lockeren Spruch zu haben – so macht Fußball auch am Sonntagmorgen Spaß.

Nächste Woche kommt es dann zum Spitzenspiel des Spieltages – der WSV reist zum Tabellenführer FV Gröditz II.

Aufstellung:

Tor: Kuschminder

Abwehr: Schmieder (62. Rentzsch; 76. Woiterski), Hiller, Lentes, Pietzsch

Mittelfeld: Freund, Müller, Büttner

Sturm: Mayer, de Schultz, Hiersemann (53. Krause)

 

   
   
   
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